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Gemeinsam statt Einsam  Künstlerinitiative             Hannover e.V.

Ziel des Vereins:

Gemeinsam statt Einsam – Künstlerinitiative Hannover e.V. ”  ist ein Zusammenschluss von Künstlern, Musikern, sozialen und therapeutischen Betreuungskräften der Stadt und Region Hannover, die es sich zur Aufgabe machen, einsame Menschen in der häuslichen oder institutionellen Isolation am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen. Die Unterhaltungs- und Veranstaltungsangebote sind für die Betroffenen kostenfrei und werden aus Spenden- und Fördermitteln sowie Mitgliedsbeiträgen finanziert.

Pictureangels – Fotografie Hannover – Marc Masconi on stage

Die Initiatoren des Projektes

Der Gründer und Initiator Graziano Zampolin ist Pflegefachkraft, Medizinpädagoge und leidenschaftlicher Hobbymusiker.
Seit vielen Jahren beschäftigt er sich professionell sehr intensiv mit den Erlebenswelten älterer Menschen.
Gemeinsam mit Rainer Schumann (Fury in the Slaughterhouse) ist er ebenfalls Gründungsmitglied des Vereins Klang und Leben e. V., dessen Schwerpunkt im musikalischen Arbeiten mit Demenz erkrankten Menschen liegt.

Mit seinem neuen Projekt  “Gemeinsam statt Einsam – Künstlerinitiative Hannover e.V.” möchte er gemeinsam mit zahlreichen Unterstützern einsamen Menschen Lebensfreude schenken.

Die Ausgangssituation

In Deutschland sind Millionen Menschen mit ihren Ängsten, ihren seelischen Nöten und körperlichen Erkrankungen auf sich alleine gestellt und häufig nicht dazu in der Lage, ihre Wohnung zu verlassen.
Künstler, Musiker, soziale und therapeutische Betreuungskräfte der Stadt und Region Hannover werden in den nächsten Jahren regelmäßig auf unterschiedlichen Bühnen für die Menschen da sein, die den Anschluss an das gesellschaftliche und kulturelle Leben verloren haben.

Kann die eigene Wohnung aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr verlassen werden, wird das eigene Wohnzimmer auch zur Bühne, wenn notwendig.
Schwer kranke Menschen bevorzugen häufig die leisen Töne und manchmal reicht es auch, wenn aus einem Buch oder der Zeitung vorgelesen wird.
Die Nähe eines gefühlvollen Menschen oder eines Tieres kann ebenfalls menschliche Wärme und Geborgenheit entstehen lassen.

Um zu verstehen, wie sich von Einsamkeit betroffene Menschen fühlen, möchte ich Sie mit der folgenden Geschichte in ihre Lebenswelt eintauchen lassen:
Die Initialzündung für “Gemeinsam statt Einsam – Künstlerinitiative Hannover e.V.” :

Besuch bei Frau Müller

In Absprache mit einem ambulanten Pflegedienst und einer 94jährigen Dame, habe ich mit dieser einen geselligen Abend in ihren vier Wänden geplant.
Nun sitze ich in ihrer Altbauwohnung in Hannover, die Frau Müller kaum noch verlässt, „weil sie nicht mehr so gut auf den Beinen ist“, wie sie selbst sagt. Sie lebt seit über 50 Jahren hier.

Seit einigen Jahren verbringt Frau Müller die meiste Zeit des Tages einsam auf sich alleine gestellt in ihrer Wohnung. Die Verrichtungen des täglichen Lebens fallen ihr sehr schwer, weil sie durch Krankheit in ihrer Mobilität sehr eingeschränkt ist. Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche und Bad sind ihre Erlebenswelt.
Frau Müllers Mann ist vor 10 Jahren verstorben und sie hat keine Geschwister und keine Kinder. Auch weitere Verwandte, Bekannte oder Freunde existieren in ihrem Leben nicht mehr. Sie sind entweder verstorben oder für Frau Müller auf Grund ihrer eingeschränkten Mobilität unerreichbar. Ihre Rente ist schmal, reicht gerade für die Miete und das Essen.

Während wir im Gespräch beide so langsam auftauen, schaue ich mich im Wohnzimmer um. Die Möbel sind mir aus meiner Kindheit vertraut. Eiche rustikal, Sitzgarnitur, Wohnzimmertisch, eine Stereoanlage. 70er Jahre – Stil, wie damals bei meinen Eltern.

Für den heutigen Abend habe ich ein paar Kleinigkeiten zum Verzehr mitgebracht, die dürfen nicht fehlen. Auf dem Wohnzimmertisch stehen zwei mit Sekt gefüllte Gläser, ein paar Erdnussflips, Salzstangen und Käse-Trauben- Spießchen. Der Blumenstrauß darf wie es sich gehört, wenn man eine Dame besucht, nicht vergessen werden.

Frau Müller ist mir gegenüber sehr offen. Ich erzähle Geschichten aus meiner Kindheit und sie hört mir angeregt zu und beteiligt sich immer lebhafter am Gespräch. Schon bald sind wir bei unserem eigentlichen Vorhaben angekommen. Ich hole meine Gitarre aus dem Koffer und frage sie, ob sie einen speziellen Liederwunsch hat. „Schön ist es, auf der Welt zu sein von Roy Black”, antwortet sie, wie aus der Pistole geschossen. „Kennen Sie das?“
„Aber was glauben Sie denn?“ – antworte ich mit einem Lächeln.
“Schön ist es auf der Welt zu sein” ist der Einstieg in unseren gemeinsamen Schlagerabend. Die meisten Texte kennen wir auswendig. Die Lieder, die wir singen, sind mit Erinnerungen verbunden, die wir teilen, und wir lachen viel und herzlich.

Zwar haben wir die 70er aus unterschiedlich Perspektiven erlebt, ich könnte mit 58 Jahren ihr Sohn sein, das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Erinnerung an den deutschen Schlager und die Geschichten, die damit verbunden sind, uns vereinen. Schließlich kennen wir beide die Hitparade mit Dieter Thomas Heck, die am frühen Samstagabend im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Fast ganz Deutschland saß zu dieser Sendezeit vor dem Fernseher, in Wohnzimmern, die dem ähneln, in dem ich mich gerade befinde.

Nach zwei Stunden neigt sich der Abend dem Ende zu. Die Zeit ist verflogen.
Ich stelle die Gitarre zur Seite und setze mich jetzt zu Frau Müller auf die Couch, natürlich nicht, ohne vorher höflich gefragt zu haben. Sie hat nichts dagegen, ganz im Gegenteil.    Bei einem letzten Gläschen Sekt lassen wir das gemeinsam Erlebte auf uns nachwirken.

Völlig unerwartet ergreift Frau Müller plötzlich meine Hände und drückt sie sanft.              Ihre Augen leuchten, die Erinnerung hat sie eingeholt.
„Danke für diesen wunderbaren Abend und die Freude, die sie mir damit bereitet haben. So viel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr“, sagt sie.
„Mein Gott, was haben mein Mann und ich früher alles erlebt, als wir noch jung waren. Wir sind jedes Wochenende ausgegangen, mal ins Theater, mal in ein Konzert, mal zum Tanzen oder sonntags ins Museum und sogar auf den Fußballplatz bin ich mitgegangen. Und was konnten wir feiern mit unseren Freunden und mit der Familie, das können sie sich gar nicht vorstellen, wenn sie mich hier so sehen. Das ist schon so lange her. Ach war das eine schöne Zeit.“

Frau Müller hat diesen Satz kaum ausgesprochen, da erlischt das fröhliche Leuchten in ihren Augen. Sie senkt ihren Blick, ihre Hände liegen plötzlich kraftlos in den meinen und ich sehe, wie sich ein Schatten über ihr Gesicht legt. Sie schweigt und scheint plötzlich abwesend zu sein. So ist es wohl die meiste Zeit in Ihrem Leben, denke ich mir, und nehme sie in den Arm. Einsamkeit schmerzt, ich habe nun eine leise Ahnung davon.

Als ich mich an diesem Abend von ihr verabschiede, verspreche ich, wieder zu kommen. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, dieses Versprechen zu halten und ich beschließe, auch vielen anderen einsamen alten Menschen einen einzigartigen Abend zu schenken.

Künstlerinitiative Hannover- wann geht es endlich los?

Aus Ihnen bekannten Umständen, ist zurzeit nicht absehbar, wann wir unsere aktive Arbeit aufnehmen können. Wir könnten schon morgen, wenn wir dürften. Gerade jetzt wäre es wichtig, dass Menschen nicht alleine sind.
Doch leider gehen wir davon aus, dass wir frühestens ab April unsere aktive Arbeit aufnehmen können.                                                                                                                                             Bis dahin werden wir auf jeden Fall unseren Verein “Gemeinsam statt Einsam – Künstlerinitiative Hannover e.V.” gegründet haben, so dass wir sofort durchstarten können.
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die Gründungsmitglieder und Unterstützer stehen in den Startlöchern.

Das Netzwerk der Unterstützer

Um unsere guten Vorsätze in die Tat umzusetzen, benötigen wir viele helfende Hände. Und tatsächlich gibt es bereits jetzt im Januar 2021 schon zahlreiche ehrenamtliche Helfer und ambulante Pflegedienste, die uns ihre logistische Unterstützung zugesagt haben.
Auch auf prominente Unterstützung aus der Stadt und der Region Hannover können wir bauen.
Bei Martina Gilica (Moderatorin NDR 1),

Foto: Ndr.de

Jasmin Arbabian – Vogel und
Gilles Seifert (Präsident Lions Club Hannah Arendt) und
Hannovers Fußballgott Carsten Linke
und noch vielen anderen mehr konnten wir für unser Vorhaben das Interesse wecken.

Finanzielle Unterstützung wurde uns unter anderem von
Maria und Thomas Carstensen (MUT- Stiftung),
Katja Seifert (Catprint Media GmbH)

Ariane Jablonka (Klavierhaus Döll)

Frank Wilde (Fotograf)

Eckart Gaude (ZAG)

Elena Nozon (Paula-Betreut zu Hause leben)

Künstlerinitiative Hannover stellt sich vor